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Geschichte
Aus dem Familienunternehmen wird ein Weltkonzern. Von bescheidenen Anfängen zu einer Belegschaft von 2.500 Mitarbeitern, modernen Werftanlagen und einem weltweit einzigartigen Technologiezentrum.
Ursprünglich war „Poole Power Boats“, so der damalige Name von Sunseeker, im Import und Vertrieb von Booten aus Skandinavien und den USA tätig. Anfang der siebziger Jahre begann das Unternehmen mit dem Bau und der Ausstattung eigener Boote. Eines Tages, als das Unternehmen seine ersten 17- und 23-Fuß-Boote auf einer Bootsmesse ausstellte, sagte ein Bootshändler aus Südfrankreich: „Wenn Sie die Boote in weiß bauen und in voller Breite über dem Achterschiff ein Sonnendeck anbringen, kaufe ich sie.“ Damit nahm „Poole Power Boats“ Kurs zu neuen Ufern und legte den Grundstein für den eigenen Bootsbau. Der Rest ist Geschichte.
In den letzten vierzig Jahren prägten das Unternehmen viele bemerkenswerte Ereignisse und bahnbrechende Meilensteine, die unter anderem auch Einfluss auf die übrige Yachtindustrie nahm. Zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Don Shead bei der Entwicklung der regattaerprobten Rümpfe in Form eines tiefen V, die zu einem Markenzeichen von Sunseeker geworden sind.
Großen Wert legten die innovationsfreudigen Sunseeker-Designer frühzeitig auf ein luxuriöses Interieur. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistete die Zusammenarbeit mit dem Schiffsbauingenieur und Designer Ken Freivokh, dessen kurvenreiche Formsprache zum Maßstab im Yachtbau werden sollte und von vielen Yachtherstellern kopiert wurde.
Nur wenige Hersteller können behaupten, so viel Pionierarbeit für Antriebssysteme bei Sport- und Freizeitbooten geleistet zu haben wie Sunseeker. Die Offshore 28 It beispielsweise war ein revolutionäres Boot: es war das erste Boot in Europa mit einem in Leichtbauweise gefertigten Rumpf, der speziell für einen Diesel-Außenborder mit zwei Zylindern konstruiert wurde.
Duoprops, zwei Propeller, die zwecks Effizienzsteigerung in entgegengesetzter Richtung rotieren, waren erstmalig bei dem Nachfolgemodell, der Offshore 31, zu bestaunen.
Einige Jahre später wurde die Superhawk 50 auf dem Markt eingeführt: die erste Serienyacht mit regattaerprobtem Arneson-Oberflächenantrieb als Heckantrieb mit fünfblättrigen, die Oberfläche durchdringenden Propellern auf verlängerten Achsen. Die Twin 680hp V8 MAN-Einheiten, nur halb so schwer wie ihre konventionellen Gegenstücke, erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten mit einer erstaunlichen Beschleunigung. Bemerkenswert für eine 14 Tonnen schwere Yacht. Der Geräuschpegel wurde durch die Belüftung des Motorauspuffs hinter dem Propeller niedrig gehalten, was ein Gleiten erzeugte und somit den Luftwiderstand verminderte.
Zwei Jahre später feierte die Comanche 40 ihre Prämiere. Als erste Familienyacht war sie mit einer integrierten Garage für Tender und Wasserequipment ausgestattet, wie sie heute auf jeder modernen Motoryacht standardmäßig erwartet wird.
Zu Beginn der neunziger Jahre überschritt die Renegade 60 neue Grenzen. Sie war die erste Serienyacht mit Wasserstrahlantrieb und stieß bei voller Geschwindigkeit 32.000 Gallonen pro Minute aus.
Im Laufe der Jahre wurde die Produktpalette stetig erweitert und wegweisende Entwicklungen oft von anderen Herstellern verfolgt und zum Teil kopiert. Doch der Wettbewerbsvorsprung in puncto Design, Geschwindigkeit, Eleganz, Raumangebot, Flexibilität und Luxus hatte Bestand und ließ Sunseeker somit zu einer Markenikone werden.
Besonders deutlich zeigt sich diese Tendenz in der Bootsgröße. Die Entwicklung von dem ersten 17-Fuß-Motorboot bis zur 46 Meter Yacht in nur vier Jahrzehnten war nur durch ständigen Wandel und innovativen Neu- und Weiterentwicklungen möglich.
Ein bedeutsamer Meilenstein in Bezug auf die Größe kam Ende der neunziger Jahre in Form der Predator 80 daher. Es war ein kühnes Unterfangen und eine große Herausforderung, die Grenze von 80 Fuß zu überschreiten.
Mitte der neunziger Jahre herrschte die Auffassung vor, dass große Boote zwar viel Platz, aber eine verminderte Leistung bieten und darüber hinaus eine Crew an Bord benötigen. Mit dem Bau der Predator 80, einer äußerst leistungsstarken Motoryacht, änderte Sunseeker diese Einstellung. Die Predator 80 profitierte von einer sehr effizienten Hydrodynamik und einer hochentwickelten Rumpfeigenschaft, die Spitzengeschwindigkeiten von über 46 Knoten ermöglichte, und das bei einem Gewicht von 50 Tonnen. Mit ihrer perfekten Kombination aus Performance, Raumangebot, Größe und Handling setzte die Predator 80 neue Standards für Luxusyachten.
Im Jahr 2001 beschloss das Unternehmen, alle technischen Bereiche unter einem Dach zusammenzulegen. Trotz Zeiten der globalen Unsicherheit scheute sich Sunseeker nicht vor dieser umfangreichen Investition.
So errichtete Sunseeker ein modernes Technologiezentrum, das den Design- und Konstruktionsteams optimale Arbeitsmöglichkeiten bietet und kommunikative Reibungsverluste minimiert. Besonders deutlich wird dies bei der Abteilung für Innendesign. Mehr als je zuvor arbeiten die Innendesigner zusammen mit dem Verkauf, der Planungstechnik und den einzelnen Produktionsteams. Der Einsatz moderner Software-Systeme, wie z.B. Computational Fluid Dynamics (CFD), erlaubt es den Schiffsbau-Ingenieuren, bereits im Vorfeld unterschiedliche Rumpfformen, -Längen und -Breiten bei bestimmten Seegangverhältnissen zu untersuchen.
Die Errichtung des Technologiezentrums hat nicht nur die Produktionsbedingungen verbessert, sondern auch die Menge des Abfalls und die Kosten für Logistik und Herstellung reduziert. Hierzu gehörten zum Beispiel maßgebliche Investitionen in die neue Lackiererei oder in neue 3-Achsen-CNC-Maschinen, die Layout-Komponenten besonders schnell formen und schneiden und dabei weniger Abfall produzieren.
Die in dem neuen Zentrum bereitgestellte Technologie ermöglicht Sunseeker eine Just in Time (JIT)-Produktion, wobei die Komponenten genau zu dem Zeitpunkt gefertigt werden, an dem sie für den Bau benötigt werden. Dadurch werden Lagerhaltung, Abfall und Lagerüberhänge minimiert. Auch die Art, in der diese Komponenten der Fertigung zugeführt werden, unterscheidet sich radikal von dem Bootsbau der Vergangenheit. Konsolen für Steuerstände können im Technologiezentrum komplett zusammengebaut und getestet werden, ebenso die Kabelstränge und Schiffsmonitor-Systeme. Die Elemente für den Innenausbau können vor der Weiterleitung an die zuständige Werftanlage maschinell hergestellt, bezogen und zusammengebaut werden, wobei jedes Element eine eindeutige Referenznummer des Rumpfes trägt, auf dem es montiert werden soll.
Eine weitere Herausforderung in Bezug auf die Bootsgröße stellte die Überschreitung der 100 Fuß-Grenze dar. Sunseeker war nunmehr nicht nur Bootsbauer, sondern auch Schiffsbauer.
Im Jahr 2001 wurde die 105 Yacht auf dem Markt lanciert, eine 105 Fuß (32 Meter) lange Motoryacht mit einer erwarteten Spitzengeschwindigkeit von 32 Knoten. Ihre außerordentlichen Fähigkeiten beruhten größtenteils auf ihren umfangreichen Supportsystemen — und der Zuverlässigkeit dank der erprobten Technologie einer Serienyacht. Zu diesen Systemen gehörten die fortgeschrittene Verwendung von Hydraulik, Stabilisatoren, computergestützten Generatoren und elektrischen Systemen. Innovationen also, welche die 105 Yacht zu einem sicheren und zuverlässigen Schiff machten. Die 105 Yacht war im Übrigen die erste in Großbritannien gebaute Serienyacht, die zwei der prestigeträchtigen „International Superyacht Design Awards“ gewann.
Seit Einführung der 105 Yacht hat sich Sunseeker zu einem führenden Hersteller von Luxusyachten auf internationalem Niveau entwickelt. Die neue Generation der Yachten für kommerzielle Nutzung unterliegt strengen Vorschriften in den Bereichen Sicherheit und Wohlergehen der Passagiere und Crewmitglieder, sowie in den Spezifizierungen bezüglich Hochsee-Ausrüstung. Dazu gehören auch die Qualifizierungsansprüche des Bordpersonals und der Skipper.
Die Anforderungen, die dabei an Motor, Generatoren, Pumpen, elektrische Leitungen und Flüssigkeitssysteme gestellt werden, sowie die Notwendigkeit eines jederzeit ausfallsicheren Backups, insbesondere auf offener See, bewirken, dass jede einzelne Komponente den höchstmöglichen Standards entsprechen muss. Viele dieser Anforderungen werden von der UK Maritime and Coastguard Agency vorgeschrieben. Deren Sachverständige überprüfen jede einzelne Bauphase, von den Anfängen des Rumpfes bis zu der Übergabe der Yacht an einen Eigner mit den erforderlichen Qualifikationen.
Um den hohen Anforderungen des modernen Yachtbaus gerecht zu werden, wurden umfangreiche Investitionen in den Bau neuer Werftanlagen getätigt. Selbst der Transport großer Rümpfe von Halle zu Halle oder von der Halle zur Slipanlage unterliegt einer computergesteuerten Überwachung. Dies hatte eine Anpassung der Infrastruktur in den Produktionsanlagen zur Folge, wie z.B. die Anschaffung von neuem Equipment für den Materialtransport.
Neuerungen spiegeln sich auch in der Personalentwicklung wider. Sowohl leitende Werftmitarbeiter, die aus der Schiffsindustrie und dem traditionellen Bootsbau übernommen wurden, als auch erfahrene Seeleute und Ingenieure der Handelsmarine, Royal Navy und privaten Yachtgesellschaften ergänzen nun eindrucksvoll die Belegschaft. Unter ihnen qualifizierte und autorisierte Sachverständige, die den kommerziellen Yachtbau betreuen und überwachen. Zusätzlich ist eine neue Compliance-Abteilung aufgebaut worden, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt und eingehalten werden.
Die aktuelle Sunseeker Yachtreihe kann gemäß den vollständigen MCA- und RINA-Anforderungen gebaut werden und positioniert Sunseeker somit erfolgreich im Superyachtmarkt.
Permanente Innovationen in Bezug auf Design, Leistung und Technologie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Unternehmens. Durch das unermüdliche Streben nach Perfektion und Exzellenz hat sich Sunseeker heute als renommierte Marke auf dem internationalen Yacht-Parkett etabliert. So ist es nicht verwunderlich, dass Sunseeker Yachten nicht nur auf dem Wasser als „The World’s Finest Luxury Motoryachts“ gelten, sondern auch auf der Kino-Leinwand. Bereits zum vierten Mal in Folge hatten Sunseeker Yachten in einem James Bond Film ihren großen Auftritt.
Sunseeker’s zukunftsweisende Vision, und damit verbunden der Bau immer größerer Yachten, verleiht dem Unternehmen einen Status mit enormer globaler Stärke, dem viele Mitbewerber nicht nachkommen. Sunseeker exportiert heute weltweit 98% seiner in Poole und Portland gefertigten Motoryachten. Mit einem flächendeckenden Händlernetzwerk in 61 Ländern auf fünf Kontinenten, von Helsinki bis Hongkong, von San Diego bis Sydney, können Sunseeker Yachten fortan auf allen attraktiven Weltmeeren bestaunt werden.
Der außerordentliche Erfolg, so sind wir überzeugt, wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.


